Jahresbericht 2025
Der VSSM – dein Kompetenzzentrum
Editorial
Ein Branchenverband nahe bei seinen Mitgliedern
2025 war für den VSSM ein Jahr der Weiterentwicklung, geprägt von wichtigen Entscheidungen, sichtbaren Projekten und vom Führungswechsel. Ende Juni durfte ich die Verantwortung als Präsident übernehmen. Dieses Vertrauen erfüllt mich mit Dankbarkeit und Respekt.
Im Zentrum steht für mich eine Frage: «Nützt es der Schreinerin / dem Schreiner?» Dieser Grundsatz hat meine Verbandsarbeit bereits früher geprägt und bleibt ein wichtiger Massstab. Denn ein Branchenverband muss Orientierung geben, Lösungen ermöglichen und die Betriebe im Alltag konkret unterstützen.
Vor diesem Hintergrund war der Start der Marketing-Dachkampagne ein wichtiger Schritt. Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck. Sie ist Voraussetzung dafür, dass unser Beruf attraktiv bleibt – für den Nachwuchs, für Fachkräfte und für den Markt. Unsere Betriebe leisten täglich Spitzenarbeit. Diese Leistung muss sichtbar sein – nach innen und nach aussen.
Dass unsere Branche auf einem starken Fundament steht, zeigen auch die Leistungen in der Berufsbildung. Die Resultate an den SwissSkills haben mich sehr beeindruckt. Hinter diesen Erfolgen stehen engagierte Lehrbetriebe und Berufsbildende sowie ein starkes duales Bildungssystem.
Auch die Messe HOLZ hat gezeigt, wie dynamisch sich das Schreinergewerbe weiterentwickelt. Digitalisierung, neue Materialien und nachhaltige Produktionsweisen verändern unsere Arbeit. Gleichzeitig bleiben Qualität, Präzision, Verlässlichkeit und Kundennähe die Basis unseres Erfolgs.
Parallel dazu verändert sich auch die Arbeitswelt. Das Projekt «Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben» zeigt konkret, wie Betriebe und Mitarbeitende gemeinsam Lösungen entwickeln können. Diese Erkenntnisse nehmen wir mit in die GAV-Verhandlungen, die uns im nächsten Jahr beschäftigen werden.
Der VSSM versteht sich als Dienstleister, als Plattform und als Stimme der Branche. Es ist mir wichtig, dass der Verband nahe bei den Mitgliedern, Sektionen und Fachgruppen bleibt und seinen Fokus auf die Betriebe ausrichtet.
Das Schreinerhandwerk lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen – in den Betrieben, in der Ausbildung und im Verband. Unser Handwerk hat Zukunft, weil wir täglich daran arbeiten, damit es stark bleibt. Ich bin stolz, diese Branche vertreten zu dürfen.
Das Jahr 2025
Die Höhepunkte
Zahlen und Fakten
Finanzbericht, Aus- und Weiterbildungsfinanzierung, Sozialkassen
Verband
Zentralvorstand
V.l.: Heinrich Hochuli, Basil Gasser, Anita Luginbühl, Jürg Rothenbühler, Michael Jendly, Christian Kälin und Hanspeter Künzli.
Heinrich Hochuli
Reitnau
Mitglied seit 2018
Basil Gasser
Wolhusen
Mitglied seit 2016
Anita Luginbühl
Krattigen
Vizepräsidentin seit 2018
Mitglied seit 2014
Jürg Rothenbühler
Lauperswil
Zentralpräsident seit 2025
Michael Jendly
Düdingen
Mitglied seit 2022
Christian Kälin
Trachslau
Mitglied seit 2022
Hanspeter Künzli
Ebnat-Kappel
Mitglied seit 2014
Verband
Geschäftsleitung
V.l.: Michael Poysden, Rolf Kümin, Daniel Furrer, Robert Meier und Simon Schneider.
Michael Poysden
Bereichsleiter Marketing & Kommunikation
Rolf Kümin
Bereichsleiter Bildung
Daniel Furrer
Direktor
Robert Meier
Bereichsleiter Finanzen & Rechnungswesen
Simon Schneider
Bereichsleiter Technik & Betriebswirtschaft
Branche
Mitgliederstatistik
Die per Ende 2024 erfassten Daten der Mitgliederstatistik spiegeln die Situation in der Schreinerbranche wider. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die wirtschaftliche Situation minimal verschlechtert. Fast die Hälfte der 905 Rückmeldungen schätzte die wirtschaftliche Situation trotzdem noch als gut (40 Prozent) oder sogar als sehr gut (7 Prozent) ein. Rund 43 Prozent schätzten die wirtschaftliche Situation immer noch als ausreichend ein. 10 Prozent sehen die wirtschaftliche Situation jedoch als unbefriedigend an. Das sind leicht weniger als im Jahr zuvor.
Bezüglich der Marktlage in der Schreinerbranche schätzen fast 60 Prozent der 868 Rückmeldungen die künftige Entwicklung skeptisch ein. Sie erwarten eine schleppende (47 Prozent) oder rückläufige (12 Prozent) Entwicklung. Im Vergleich dazu rechnen 38 Prozent künftig mit einer anziehenden oder sogar klar ansteigenden (2 Prozent) Entwicklung. Die überwiegende Mehrheit geht von einem gleichbleibenden Personalbedarf aus. Erfreulich ist die Lage der durchschnittlichen Auftragsreichweite von zwölf Wochen.
Lernende
+76 Lernende
Mitarbeitende
(inklusive Lernenden) - 1050 Mitarbeitende
Mitgliedsbetriebe
+ 3 Mitgliedsbetriebe
Lehrverträge (gesamte Schweiz)
Gesamtlohnsumme (beitragspflichtige Lohnsumme VSSM-Mitglieder)
neue Lehrverträge für Schreiner:in EFZ
Gesamt -2%; 78% Männer, 22% Frauen
neue Lehrverträge für Schreinerpraktiker:in EBA
Gesamt –15%; 86% Männer, 16% Frauen (+4%)
Millionen CHF
- 7 Millionen CHF (- 0.43%)
1 Mitarbeiter:in
5–10 Mitarbeitende
1–3 Mitarbeitende
10–20 Mitarbeitende
3–5 Mitarbeitende
>20 Mitarbeitende
Ausblick
Diese Höhepunkte stehen 2026 an:
In allen Geschäftsbereichen des VSSM stehen spannende und zukunftsgerichtete Projekte an. Vier davon ragen in diesem Jahr heraus.
Seit April 2025 läuft die VSSM-Dachkampagne. In den ersten Monaten nach der Lancierung lag der Fokus auf der Bekanntmachung bei den VSSM-Mitgliedsbetrieben.
Im Jahr 2026 wird die Kampagne, die bis ins Jahr 2030 laufen wird, bei den definierten Zielgruppen sichtbar. Im ersten Halbjahr wird die Website schreiner.ch im Rahmen einer grossen Online-Kampagne beworben. Alle Betriebe, die ihre Referenzobjekte publiziert haben, profitieren von der erhöhten Sichtbarkeit.
Ebenfalls im ersten Halbjahr wird die Möglichkeit geschaffen, dass Betriebe ihre eigenen Arbeiten als Kampagnensujets nutzen können. Dies geschieht wie bis anhin im VSSM-Marketingportal.
Im zweiten Halbjahr liegt der Fokus auf der Nachwuchsgewinnung. Der VSSM wird neue Social-Media-Kanäle aufbauen, die sich direkt an Jugendliche richten, mit dem Ziel, diese für den Schreinerberuf zu begeistern.
Nach den Sommerferien wird die Website traumjob-schreiner.ch mit zusätzlichen spannenden Inhalten erweitert und anschliessend ebenfalls online beworben.
Die Revision der Grundbildungen «Schreiner:in EFZ» und «Schreinerpraktiker:in EBA» ist in vollem Gange: 2023 starteten der VSSM und die FRECEM das Grossprojekt. Im Jahr 2026 stehen nun entscheidende Weichenstellungen an. Ende des letzten Jahres hat die Grundbildungskommission (GBK) die finalen Entwürfe der Bildungsverordnung und des Bildungsplans für die Branchenanhörung freigegeben. Diese fand im Januar (VSSM) und im Februar (FRECEM) statt.
Parallel dazu lief die Ämterkonsultation auf Bundesebene inklusive Prüfung der sprachlichen Konsistenz. Die Bildungsverordnung und der Bildungsplan wurden danach anhand der Rückmeldungen aus beiden Branchenanhörungen und der Ämterkonsultation bereinigt.
Die Kommission Berufsentwicklung und Qualität (B&Q) spricht anschliessend eine Empfehlung für den Ticketantrag an den Bund aus, der von der GBK zur Einreichung freigegeben wird. Im Frühling 2026 starteten zudem die Arbeiten an den Lehrplänen für die Berufsfachschule, die überbetrieblichen Kurse und den Betrieb sowie die Entwicklung der Lehrmittel und der Lernortkooperation.
Im Sommer 2028 sollen die ersten Jugendlichen die revidierte Schreinerlehre in Angriff nehmen. Bis dahin ist noch einiges zu tun.

Im Bereich der Nachwuchsgewinnung laufen beim VSSM seit Jahren diverse Vorstösse und Initiativen. Ein entscheidender Faktor, um für aktuelle und zukünftige Lernende attraktiv zu sein und zu bleiben, ist die Qualität der Ausbildung.
In einer im Jahr 2025 durchgeführten Umfrage bei Lernenden im 4. Lehrjahr wurde die Ausbildung von 90 Prozent der Befragten als gut bis sehr gut eingestuft. Trotzdem wurden kritische Punkte in den Bereichen Betreuung, Kommunikation und beim Thema «Wertschätzung» genannt. Es zeigt sich, dass ein negativer Zusammenhang zwischen geringer Wertschätzung und Abwanderungsabsichten während oder nach der Lehre besteht.
Deshalb soll die Ausbildungsqualität bei den Betrieben weiter erhöht werden. Diese sorgt dafür, dass sich auch zukünftig Jugendliche für eine Lehre als Schreinerin respektive als Schreiner entscheiden. Sie reduziert Lehrabbrüche, erhöht das Niveau und sorgt dafür, dass die Durchfallquote am Qualitätsverfahren (QV) weiter sinkt.
Im Jahr 2026 nimmt sich der VSSM dem Thema nun ganzheitlich an und entwickelt konkrete Massnahmen, um die Betriebe im Verbandsgebiet noch besser unterstützen zu können. Zudem soll die Sichtbarkeit des Berufs und somit auch der Lehre weiter erhöht werden.

Die alle zwei Jahre stattfindende Fachanlassreihe des VSSM hat sich zu einem fixen Traktandum in der Schreineragenda entwickelt. Seit 2003 werden diese zu verschiedenen Fachthemen durchgeführt. Die Anlassreihe umfasst wiederum 15 Anlässe im ganzen Verbandsgebiet.
Dieses Jahr steht ein Thema im Fokus, das alle in der Branche unmittelbar betrifft und in der Praxis zunehmend an Bedeutung gewinnt: Feuchtigkeit und Raumklima stellen Schreinerbetriebe immer häufiger vor Herausforderungen – sei es bei der Planung, der Materialwahl, der Ausführung oder im Umgang mit Reklamationen.
Das Team «Technik und Betriebswirtschaft» wird zusammen mit externen Expertinnen und Experten alles Wissenswerte rund um das Thema «Raumklima kompakt» in 2½ Stunden prägnant und fundiert erläutern. Den traditionellen Apéro nach den Veranstaltungen, wo gefachsimpelt werden kann, gibt es selbstverständlich auch in diesem Jahr und wird von den jeweiligen Standortpartnern offeriert.
Der VSSM freut sich auf zahlreiche Anmeldungen.

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